Maritime Zivilisation – Kultur des Meeres

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Indonesien und das Meer sind zwei Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind. Geographisch liegt Indonesien zwischen zwei Ozeanen, dem Pazifischen und dem Indischen Ozean, und verbindet Asien mit Australien. Der Inselstaat Indonesien besitzt mehr als 17.000 Inseln mit einer Küstenlänge von über 99.000 km. Damit ist Indonesien das Land mit der zweitlängsten Küstenlinie der Welt nach Kanada. Als Inselstaat besitzt Indonesien ein riesiges Seegebiet. 2/3 des Staatsgebietes liegen auf dem Meer, welches darum ein großes Potenzial besitzt, die nationale Wirtschaft voranzubringen.

Es ist diese Lage, die Indonesien von alters her bis heute zu einem wichtigen Handelsweg macht. Historisch waren die Gewässer Indonesiens die Handelsroute für die Gewürze der Welt. Geschichten über die Macht der Flotten von Sriwijaya und Majapahit sind Beispiele des maritimen Ruhmes Indonesiens vom 8. bis ins 13. Jahrhundert, in dem Bewohner des indonesischen Archipels dann den Ozean zur Insel Madagaskar und schließlich bis zur Ostküste Afrikas überquerten. Diese seefahrerischen Erfolge wurde im 15. bis 17. Jahrhundert von den nachfolgenden Königreichen fortgesetzt, von den Küstenkönigreichen Sumatras, dem Reich Mataram auf Java, den Königreichen Sulawesis wie Buton und Gowa-Tallo, Reichen auf den Molukken bis hin zum Sultanat Bima in Nusa Tenggara. Ihre große Ausdehnung reichte bis zum australischen Kontinent und sie beherrschten sogar den Rand des Pazifiks.

Die leuchtende Geschichte dieser Erfolge beweist, dass der wirtschaftliche Puls des Archipels in der Fähigkeit unserer Nation liegt, das Meer zu nutzen. Die Geschichte zeigt auch, dass Indonesien das Meer als Hauptader von Handel und Meereswirtschaft zu nutzen weiß, um über andere Nationen zu triumphieren.

Mit dem Niedergang der Küstenreiche Indonesiens begann auch das Ansehen der maritimen Tradition des Archipels langsam zu schwinden. Die maritime Kultur, einst Hauptgrundlage des maritimen Erfolges des Archipels, verblasste allmählich. Die Menschen ließen das Meer zurück und die wirtschaftlichen Aktivitäten begannen sich auf das Festland zu konzentrieren. Seit vielen Jahrzehnten wird das maritime Potenzial Indonesiens vernachlässigt. Dieses Land hat dem Meer so lange den Rücken zugekehrt, dass sein großes Potenzial als maritimer Staat schwindet. Die Vielfältigkeit des maritimen Potenzials Indonesiens, wie z.B. Meeresenergie, Mineralien aus dem Meer, Meeresbiotechnologie, Seetourismus, Segeln, Hochseegewässer, Verteidigung und maritime Industrie, könnte doch eigentlich zum Fortschritt dieser Nation genutzt werden.

Die Geschichten über Indonesiens maritimem Ruhm aus den Tagen von Sriwijaya und Majapahit scheinen zu Märchen geworden zu sein. Die seefahrerische Würde dieser Nation schwindet durch Geschichten über die Hilflosigkeit unseres Landes gegenüber dem Fischdiebstahl ausländischer Schiffe, die Zerstörung der marinen Artenvielfalt aufgrund schlechter maritimer Bewirtschaftung, den unzureichenden Seeverkehr, welcher hohe Disparitäten zwischen den Inseln schafft wie z.B. erhebliche Preisunterschiede, und sogar die Zerstörung von Küstengebieten aufgrund künstlicher Projekte, welche nicht auf die Nachhaltigkeit des Küstenlebens achten. Die Stärke Indonesiens als Inselstaat mit der zweitlängsten Küstenlinie der Welt reicht nicht einmal aus, dieses Land unabhängig mit Salz zu versorgen. Die Politik des Imports von Salz trägt zusätzlich zur Ironie der Bezeichnung Indonesiens als maritimer Staat bei. Diese bittere Entwicklung hat bereits den Punkt erreicht, an dem unsere maritime Zivilisation und ihre Kultur des Meeres und der Küsten langsam zerrieben werden.

Ein Land in einer für den maritimen Sektor so günstigen geographischen Lage, mit Geschichten früheren Ruhmes auf dem Meer, sollte sich erheben und damit beginnen, das Meer als Grundlage der nationalen Wirtschaft zu verwalten. Neben einer wirtschaftlichen Steigerung ist dabei vor allem die maritime Kultur zu berücksichtigen. Die Zivilisation der Seefahrt darf nicht durch den Zahn der Zeit und langjährige Vernachlässigung des maritimen Bereichs verloren gehen, weil diese Kultur die wichtigste Stütze sein wird, wenn dieses Land zum Meer zurückkehren und den Staat Indonesien zu einer maritimen Achse der Welt machen will. Der Stolz, eine Nation von Seefahrern zu sein, die in Würde vom Meer leben kann, muss dafür wiederbelebt werden. Jalesveva JayamaheI

Alle Veranstaltungen sind als Annäherung an das Thema der maritimen Zivilisation Indonesiens konzipiert, damit der Pasar Hamburg als umfassendes Forum für die Vorstellung Indonesiens als Land mit maritimem Potenzial und einer Geschichte von maritimen Weltruhm dienen kann.

Am wichtigsten ist dabei sicherlich eine Reflexion der Kultur des Meeres, die in Indonesien seit der Zeit der alten Reiche des Archipels bis heute wächst und sich entwickelt. Dieser Hintergrund soll den Besuchern der Veranstaltungen des Pasar Hamburg, sowohl der indonesischen Diaspora wie auch Europäern, einen grundlegenden Einblick bieten und gleichzeitig einen Vergleich mit maritimen Management- und Nutzungspraktiken in anderen Ländern ermöglichen, insbesondere in Deutschland und speziell dem Bundesland Hamburg, dessen Wirtschaftskraft ebenfalls auf der maritimen Wirtschaft basiert.

An einem Wochenende zeigt der Pasar Hamburg zehn Kategorien von Veranstaltungen mit Künstlern, Musikern und Vortragenden, deren Qualität der Weltklasse ebenbürtig ist. Die zehn Kategorien von Veranstaltungen werden sich gegenseitig ergänzen, darunter:

  1. Forum und Diskussionen
  2. Musik
  3. Tanz
  4. Modenschau
  5. Filmvorführung
  6. Literaturvorstellung
  7. Ausstellungen
  8. Workshops
  9. Kinderprogramm
  10. Kulinarischer Markt und Kunst & Gewerbe